Versicherungsrundschau
Heft 2021 04
Im Gespräch mit KR Mag. Robert Lasshofer, Präsident des Verbandes der Versicherungsunternehmen Österreichs, Vorstandsvorsitzender des Wiener Städtischen Versicherungsvereins. Die Pandemie dauert schon länger als ein Jahr. Wie hat die Versicherungswirtschaft diese Phase bewältigt? Die Versicherungswirtschaft hat diese Periode aus eigener Kraft gemeistert. Kein Unternehmen hat die Hilfe des Staats in Anspruch genommen.
Europaweit soll im Laufe des Monats Mai oder spätestens im Juni ein Gesundheitspass unter dem Titel „Grüner Pass“ eingeführt werden, der dem Besitzer, der Besitzerin die Bewegungsfreiheit wiedergeben soll. Auf einen einfachen Nenner gebracht, wer geimpft ist, wird keinen Beschränkungen mehr unterliegen. Allerdings soll der „Grüne Pass“ nicht nur ein Impfpass sein, sondern über die Impfung hinaus zusätzliche Informationen enthalten. Diese erfreuliche Initiative ist allerdings nicht ohne Probleme umzusetzen. Schon der erste Satz „wer geimpft ist, wird sich frei bewegen können“ wird nur unter bestimmten Bedingungen zutreffen. Reisen sollen auch Personen können, die Covid-19 überstanden haben und als immun gelten. Doch auch hier stellt sich die Frage „sind die Betroffenen tatsächlich immun?“. Nicht zuletzt geht es um die elektronische Erfassung der genannten Daten und auch der Antigen-, PCR- und Antikörpertests – eine nicht einfache Aufgabe. Darüber hinaus hakt es noch bei einigen Organisationsfragen, die die Tests und die Impfungen betreffen.
Heft 2021 03
„versicherungsrundschau“ im Gespräch mit Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer, Institut für Zivilrecht, Universität Wien Auf dem Weg zum information overload Die Versicherungswirtschaft ist eine Branche, die in den vergangenen Jahren mit einer Vielzahl neuer Rechtsvorschriften konfrontiert wurde. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung? Mein Gebiet ist das Vertragsrecht und da beachte ich im Besonderen die Pflichten des Versicherers und der Vertriebspersonen beim Vertrieb der Versicherungsprodukte.
In der Eidgenossenschaft müssen alle Bewohner, Inländer wie Ausländer, über eine Kranken- und -Unfallversicherung verfügen. Es besteht Versicherungspflicht, aber man wählt das Versicherungs-unternehmen frei, es gibt keine Pflichtversicherung. Man kann von einer Art privater Sozialversicherung sprechen: Sämtliche Anbieter sind angehalten, allen Versicherten die gleichen Prämien und die gleichen- Leistungen anzubieten. Auch darf niemand abgewiesen werden, es besteht Kontrahierungspflicht. -Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied zur in anderen Ländern üblichen Sozialversicherung: Die Prämien der einzelnen Versicherungsunternehmen sind zwar für alle Versicherten gleich, aber zwischen den Unternehmen bestehen Unterschiede und so werben Vergleichsportale mit dem -Argument, man könne 3.000 Franken im Jahr sparen, wenn man wechselt. Es herrscht also Wettbewerb,- allerdings mit Einschränkungen. Über die obligatorische Versicherung hinaus spielt die freiwillige -Zusatzversicherung eine wichtige Rolle, die den Regeln der Versicherungsmathematik und 
des Vertragsrechts folgt.
Im Gespräch mit Dr. Peter Braumüller, FMA-Bereichsleiter ­Versicherungs- und Pensionskassenaufsicht, derzeit Vorsitzender der Europäischen Versicherungsaufsicht EIOPA. Wie hat die Versicherungsbranche die Corona-Krise gemeistert? Die Lage ist insgesamt stabil. Im Mittel haben wir eine Solvabilitätsquote von gut über 200 Prozent, eine wichtige Kennzahl, die auch signalisiert, dass die Auswirkungen der Corona-Krise bisher gut bewältigt wurden. Manche Unternehmen liegen mit der Kapitalausstattung am unteren Ende, doch ist keines im kritischen Bereich. Im ersten Halbjahr 2020 hat die Solvency Capital Ratio (SCR-Quote) nach dem Ausbruch der Krise gelitten, bis zum Jahresende folgte dann eine Erholung.
Heft 2021 01-02
Die Private Krankenversicherung – PKV – in Deutschland arbeitet unter besonderen Bedingungen: Die PKV ist eine Vollversicherung und folglich eine Konkurrenz der gesetzlichen Sozialversicherung – GKV. Bis zu einer monatlichen Einkommenshöhe von 5.362,50 Euro im Jahresdurchschnitt ist man pflichtversichert bei der GKV, ab diesem Wert kann man auswählen und sich als Arbeitnehmer bei der PKV versichern, man wechselt von der Pflichtversicherung in die Versicherungspflicht. Beamte, Selbstständige und Studenten können ohne Beachtung einer Einkommensgrenze die PKV wählen. Allerdings stagniert die Zahl der vollversicherten PKV-Kunden bei leicht sinkender Tendenz, während in der Krankenzusatzversicherung ein starkes Wachstum zu verzeichnen ist: Man ist bei der GKV versichert und holt sich die von der GKV nicht finanzierten Leistungen von der PKV. Dieses in 
Österreich dominierende Modell setzt sich auch in Deutschland immer stärker durch.
Heft 2020 12
Die Coronakrise sorgt für psychische Belastungen auf mehreren Ebenen und in verschiedenen Erscheinungsformen. Eine entscheidende Rolle spielt die verbreitete Angst vor der unbekannten und unfassbaren Bedrohung durch das Virus selbst. Dazu kommen die Folgen der veränderten Lebensbedingungen durch die Lockdowns und die generell wirkenden Einschränkungen: Isolation und der Verlust von Kontakten sowie das Zusammenleben auf engem Raum mit der Familie haben Konsequenzen. Der wirtschaftliche Einbruch und der Verlust von Arbeitsplätzen ergeben eine existenzielle Bedrohung. Die bereits eingetretene Dauer sowie die Ungewissheit, wie lange die Pandemie noch dauert, ob die Impfstoffe wirken, ob die gerade getesteten Medikamente helfen werden, verschärfen die Problematik.
Heft 2020 11
Bei der Bewältigung der Covid-19-Pandemie spielt die Aufnahmefähigkeit der Spitäler eine zentrale Rolle. Insbesondere die Verfügbarkeit von Intensivbetten stellt die Krankenhäuser auf die Probe. Die Beurteilung der Kapazitäten erfolgt naturgemäß im Hinblick auf den aktuellen Bedarf, doch muss auch die Frage nach den langfristig wirkenden Strukturen gestellt werden. Dabei sind mehrere Ansätze zu beachten. Die Zahl der Betten, das Niveau der technischen Ausrüstungen und das verfügbare ärztliche und nichtärztliche Personal bilden die entscheidenden Kriterien.
Im Gespräch mit Dr. Walter Schieferer, Vorstandsvorsitzender der Tiroler Versicherung V.a.G. Die Tiroler Versicherung nähert sich einem eindrucksvollen Jubiläum. Ja, und wie es im Motto einer Whisky-Marke heißt „still going strong!“ Wir sind die älteste in Österreich ge­gründete Sachversicherung; per kaiserlichem Dekret als Verein auf Gegenseitigkeit 1821 gegründet, wir feiern also in Kürze das 200-Jahr-Jubiläum.
Heft 2020 10
Die Coronakrise hat eine Institution in den Mittelpunkt des Interesses gerückt, die bisher wenig Beachtung in der Öffentlichkeit gefunden hat: Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, kurz AGES. Das Unternehmen begleitet die Entwicklung der Corona-Epidemie im Rahmen des Geschäftsfelds „Öffentliche Gesundheit“, das von Professor Dr. Franz Allerberger geleitet wird. Die besondere Rolle der AGES erklärt sich aus der Konstruktion der Gesellschaft: Eigentümer ist die Republik, vertreten durch das Gesundheits- und das Landwirtschaftsministerium, die auch die Kontrolle über die AGES-Aktivitäten ausüben. Mehr noch: Der AGES wurden seit ihrer Gründung im Jahr 2002 auch öffentliche Aufgaben übertragen und so managt das Unternehmen das „Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen“ und das „Bundesamt für Ernährungssicherheit“. Mit 1.400 Mitarbeitern und Außenstellen in den Bundesländern ist die AGES heute ein Großbetrieb.
Heft 2020 09
In der Medizin setzt sich die Ansicht durch, dass das Virus SARS-Cov-2 nicht wie der Vorgänger SARS I nach einigen Monaten verschwindet. Auch müsse man auf weitere von Viren ausgelöste 
Pandemien vorbereitet sein und einen entsprechenden Umgang mit diesen Erscheinungen entwickeln, sodass man mit Routinen reagieren kann. Nach dem Auftreten der von SARS II ausgelösten Krankheit Covid-19 standen keine Erfahrungswerte zur Verfügung. Dies ändert sich nun, wie die derzeit publizierten Studien zeigen. Dabei steht vor allem die Frage „Wie geht das Spital mit einem Krankheitsfall um?“ im Vordergrund. Auch für die Bevölkerung zeichnet sich die Notwendigkeit ab, sich an ein „Leben mit dem Virus“ zu gewöhnen. In diesem Zusammenhang werden wohl Tests zum Alltag gehören.
Im Gespräch mit KommR Robert Sturn, Vorstandsdirektor der Vorarlberger Landes-Versicherung V.a.G. Das Jahr 2020 ist für die Vorarlberger Landesversicherung doppelt von Bedeutung. Sie feiern den hundertjährigen Bestand und das mitten in der Coronakrise. Feiern konnten wir leider nur sehr beschränkt, weil alle geplanten Veranstaltungen abgesagt werden mussten. Aber ein Signal in die Zukunft für die nächsten hundert Jahre können wir noch heuer setzen: Die Vorbereitungen für den Neubau unserer Zentrale in Bregenz werden abgeschlossen. Und dieses Projekt wird entscheidend durch Corona mitbestimmt.
Heft 2020 07-08
Der Lockdown im Rahmen der Maßnahmen gegen das Coronavirus SARS-II hat in vielen Bereichen einschneidende Konsequenzen. Im Gesundheitswesen wird ein Strukturwandel, der sich bereits seit längerem abzeichnet, stark beschleunigt. Die während des Lockdowns notwendigen Konsultationen der Ärzte über Video- und Telefongespräche sind zur Selbstverständlichkeit geworden. Die Form der Kontaktaufnahme über Video gibt es schon länger, hat aber bis zur Covid-19 Pandemie weltweit eine marginale Rolle gespielt. Mit den Video-Arztbesuchen rücken auch die anderen Elemente der modernen Medizin stärker in den Vordergrund und in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit. Noch ist die weitere Entwicklung nicht 
genau -abzuschätzen, interessant sind aber die verschiedenen Perspektiven.

Im Gespräch mit Mag. Thomas Neusiedler, Vorstandsvorsitzender der 
Helvetia Versicherungen AG Das Homeoffice wird zu einem fixen Bestandteil der Arbeitswelt Wie hat Corona den Alltag in einem Versicherungsunternehmen verändert? Corona hat unser aller Alltag verändert, das macht auch vor Helvetia nicht Halt.
Heft 2020 06
Die COVID Krise und ihre Folgen stehen naturgemäß im Vordergrund jeglicher Berichterstattung. Der folgende Artikel möchte – ohne die Bedeutung der aktuellen Krise zu ignorieren – auch andere wichtige Aspekte des Gesundheitswesens und damit verbundene globale gesellschaftliche Entwicklungen beleuchten, die derzeit in Vergessenheit geraten könnten.
Als Pandemie wird eine länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Krankheit beim Menschen bezeichnet, im engeren Sinn wird damit die Ausbreitung einer Infektionskrankheit verstanden. 
Die Konzentration auf die Bekämpfung von Corona rückt gigantische Pandemien von der Tuberkulose über die Adipositas bis zur Diabetes in den Hintergrund. Krankheiten, die die Widerstandsfähigkeit auch gegenüber SARS-Cov-2 schwächen. Es wäre wünschenswert, würde man sich für diese Probleme ebenso einsetzen wie für die Bekämpfung von SARS-Cov-2. 
Die globale Gesundheitssituation ist kritisch und so drängt sich der Vergleich mit historischen Beispielen auf. Nach dem Ersten Weltkrieg war der katastrophale Gesundheitszustand der meisten Menschen mitentscheidend für das Massensterben bei der „Spanischen Grippe“. Jetzt ergeben sich die Risikofaktoren aus übermäßigem Nahrungsmittelkonsum, der falschen Ernährung, der geringen sportlichen Aktivität, also aus den negativen Folgen des Wohlstands und damit aus dem Gegenteil der Zeit nach 1918.
Interview mit Manfred Bartalszky, stellvertretender Vorsitzender der Sektion Lebensversicherung im VVO, Vorstandsdirektor der Wiener Städtischen Versicherung AG Vienna Insurance Group. Die Lebensversicherung ist ein einzigartiges Produkt mit dem USP einer lebenslangen Rente Die Lebensversicherung ist durch die anhaltend niedrigen Zinsen und die Volatilität der Börsen unter Druck geraten. Wie sieht die Zukunft der Sparte aus? Die angesprochenen Themen sind sicher problematisch, stehen aber aus meiner Sicht nicht an erster Stelle.
Heft 2020 05
Die „versicherungsrundschau“ sprach mit Maja Krumberger, Generalsekretärin des Slowe­nischen Versicherungsverbandes, Simon Vidmar, Vorstandsdirektor bei Triglav, und den ­Vorstandsdirektoren der Merkur zavarovalnica d.d, Martin Stihsen, CEO,
und Johann Oswald Slowenien ist ein typischer Hoffnungsmarkt für die private Krankenversicherung. Jedenfalls, wenn man die Gesamtdaten berücksichtigt. Das Land zählt 2 Millionen Einwohner, das Durchschnittseinkommen liegt bei 2.000 Euro monatlich und in den vergangenen Jahren ist die Wirtschaft stärker gewachsen als im übrigen Europa. Unweigerlich werden sich die ökonomischen Folgen der Corona-Krise auch in Slowenien bemerkbar machen, doch präsentiert sich das Land seit der Wende 1991 insgesamt als Erfolgsgeschichte. Dass die Private Krankenversicherung aber trotzdem nur mit großen Schwierigkeiten punkten kann, ist eine Folge der besonderen Strukturen des Landes. Die Anbieter stellen sich auf eine längere Anlaufzeit ein, betonen aber die Chancen.
„Die Versicherungsrundschau“ sprach mit Dr. Martin Sturzlbaum, CEO der Bawag P.S.K. Versicherung AG und Mitglied des Vorstands der Generali Versicherung AG sowie stellvertretender Vorsitzender der Sektion Lebensversicherung im VVO. Digitalisierung braucht adäquate regulatorische Rahmenbedingungen Vorweg eine aktuelle Frage: Wie hat sich die Lebensversicherung während des Lockdowns entwickelt? Der Lockdown war durchaus herausfordernd. Es kam zu einem doppelten Effekt. Zum einen litt das Neugeschäft und es kam zu einer Zurückhaltung für Vertragsabschlüsse in der Lebensversicherung. Zum anderen hat sich herausgestellt, dass die bestehenden Regularien bei der kurzfristig erforderlichen Anpassung der Vertriebsprozesse aufgrund des Lockdowns zum Teil ein Hindernis darstellten.
Heft 2020 03-04
Die „versicherungsrundschau“ sprach mit Dr. Andrea Schleich, Vorstandsdirektorin der 
Merkur osiguranje d.d., Kroatien. In diesem Bericht verwenden wir auch Informationen aus der Weltbank und der EU-Kommission. Kroatien erlebt seit einigen Jahren 
einen eindrucksvollen Tourismusboom. In- und ausländische Investitionen haben vor allem in den Küstenregionen eine hochmoderne Infrastruktur geschaffen. Die Hotellerie und Gastronomie arbeitet auf Spitzenniveau. 16 Millionen ausländische Besucher und 90 Millionen Übernachtungen im Jahr sind die Folge. Wieso beginnt ein Bericht über die private Krankenversicherung mit Informationen über den Tourismus? Der Fremdenverkehr ist der Wirtschaftsmotor des Landes, das immer noch unter den Zerstörungen während der Kriege zwischen den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens in den neunziger Jahren leidet. Auch die Nachwirkungen der kommunistischen Staatswirtschaft sind noch nicht überwunden. In den Tourismuszentren an der Adria herrscht hingegen Hochkonjunktur und dort werden derzeit auch Pläne für den Bau von Privatkliniken gewälzt. Einige attraktive Einrichtungen, allerdings mit einem kleinen Leistungsumfang, sind bereits in Betrieb. Ohne Zweifel in der Hoffnung, dass sich Gäste aus aller Welt hier behandeln lassen, aber auch als Ergänzung des vom Staat dominierten Gesundheitswesens.
Interview mit Vorstandsdirektor Dr. Peter Eichler, Sprecher der Sektion Lebensversicherung im Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs Die Lebensversicherung ist im Gefolge der Zinspolitik in einer herausfordernden Lage. Wie steht die neue Bundesregierung zur privaten Altersvorsorge? Die neue Regierung hat in ihrem Programm ein Bekenntnis zur privaten Altersvorsorge formuliert. Sie spricht sich für die Schaffung von Rahmenbedingungen für die private Vorsorge in Ergänzung zur staatlichen Pension aus. Konkrete Maßnahmen sind jedoch nicht enthalten. Grundsätzlich wurde festgehalten, dass sowohl Produkte mit als auch ohne Garantie für die Vorsorge weiterentwickelt werden sollen. Wir beziehen diese Äußerung auf die Prämienbegünstige Zukunftsvorsorge (PZV), die aber nicht explizit genannt ist. Garantien sind unter den aktuellen Marktbedingungen mit extremen Kosten verbunden, die die Produkte verteuern und daher nicht mehr so einfach angeboten werden können. In der PZV ist eine Garantie in Kombination mit einer hohen Aktienquote aber zwingend vorgeschrieben, wodurch dieses an sich durch die Förderung attraktive Produkt unter Druck geraten ist.
Heft 2020 01-02
„versicherungsrundschau“ sprach mit Oláh Attila, Sprecher der Krankenversicherer im ungarischen Versicherungsverband, Lehel Gabor, VIG, Wolf-Christoph Gerlach, UNIQA, Minisán Attila, UNIQA. Genutzt wurde auch der Bericht „Hungary – Health profile 2019“, den die OECD und die EU-Kommission erstellt haben.
Interview mit Dr. Peter Braumüller, Bereichsleiter für Versicherungen in der ­österreichischen Finanzmarktaufsicht FMA und stellvertretender Vorsitzender der europäischen Versicherungsaufsichtsbehörde EIOPA Bei der praktischen Anwendung von Solvency II hat sich eine ­solide Verwaltungspraxis etabliert Solvency II ist jetzt vier Jahre in Kraft. Wie beurteilen Sie die Praxis aus der Sicht der Aufsicht? Es ist besser gelaufen als ich 2014 und 2015 erwartet habe.
Heft 2019 12
Das tschechische Gesundheitswesen wird durch eine umfassende Versorgung bestimmt: Die öffentlichen Krankenkassen und der Staat sichern die gesamte Bevölkerung ab. Eine Analyse der OECD weist aus, dass im Wesentlichen alle Behandlungen erfolgen und nur wenig Kritik ge-äußert wird. Die tschechischen Versicherungsunternehmen sehen daher vorerst keinen Markt für eine private Krankenversicherung wie sie in Österreich oder in Deutschland angeboten wird. Dramatisch anders stellt sich allerdings die Situation der Älteren dar: Pflegebedürftige, chronisch- Kranke, die sich nicht selbst versorgen können, haben größte Probleme einen Heimplatz zu bekommen oder häusliche Pflege zu erhalten. Um hier Abhilfe zu schaffen, arbeiten die -tschechischen Versicherungen an der Entwicklung eines neuen Versicherungsprodukts, das als 
Krankenversicherung bezeichnet wird, im österreichischen Sprachgebrauch würde man von 
einer Pflegeversicherung mit besonderer Betonung von Personen mit einem chronischen 
Bedarf sprechen.
Interview mit Generaldirektor Dr. Josef Stockinger Die IDD sorgt für eine Verbesserung der Kundenberatung Was war das wichtigste Ereignis in den letzten sechs, zwölf Monaten? Das Wichtigste war, dass wir die IDD, die neue EU-Richtlinie für den Ver­sicherungsvertrieb, gut auf Schiene gebracht haben. Und zwar so, dass es nicht nur eine Last war, sondern dass wir gesehen haben, dass Chancen enthalten sind, die wir nützen können und auch nützen.
Heft 2019 11
Die hohe Qualität des österreichischen Gesundheitswesens und die umfassende Absicherung durch die Sozialversicherung haben paradoxer Weise auch Nachteile: Man verlässt sich darauf, dass im Ernstfall die öffentlichen Einrichtungen helfen. Von besonderer Bedeutung ist die erfreuliche und nicht in allen Staaten selbstverständliche Sicherheit, dass man immer in einem Krankenhaus bestens versorgt wird. Nur: Mit dem Spitalsaufenthalt allein ist es bei einem Unfall nicht immer getan. Vor allem bei einem schweren Unfall treten Probleme auf, für die nicht vorgesorgt ist, wenn der Unfall im privaten Bereich stattfindet und daher nicht von der Sozialversicherung gedeckt wird. In der modernen Industriewelt kommt es im Gegensatz zur Vergangenheit nur mehr selten zu Betriebsunfällen, die von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt betreut werden. Weit häufiger sind die Unfälle im Haushalt, in der Freizeit, beim Sport, beim Heimwerken mit durchaus gravierenden Folgen, die Monate andauern können und für die es keinen öffentlichen Schutz gibt. Auch wächst die Zahl der Gefahren laufend, wie man an dem schon nach kurzer Zeit boomenden Einsatz der E-scooter erkennen kann: Weltweit haben bereits tausende Unfälle mit Elektro-Tretrollern stattgefunden, nicht wenige sogar mit tödlichem Ausgang. Besonders gravierend sind Unfälle, die zur dauernden Erwerbsunfähigkeit des Unfallopfers führen. Da kann nur eine private Rente aus einer Unfallversicherung oder aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung helfen.
Heft 2019 10
Gesundheits-Apps gehören bereits bei Vielen zum Alltag. Doch sind die aktuellen Service-Angebote nur der vorerst bescheidene Anfang einer Entwicklung, die das Gesundheitswesen revolutioniert und den Weg zu einer persönlichen, medizinischen Betreuung ebnet. In Zukunft können die Ärzte die Behandlungen stärker auf die speziellen Bedürfnisse und Bedingungen der einzelnen Patienten abstellen und auch bei Gefahr in Verzug rascher agieren. Die Zahl und die Dauer der Krankenhausaufenthalte werden zurückgehen, die Bevölkerung insgesamt gesünder sein. Diese Aussagen klingen utopisch, doch Vieles ist schon Realität. Gebremst wird die Entwicklung durch die Zersplitterung des Gesundheitswesens, die weltweit eine effektive Kooperation behindert.
Interview mit Sven Rabe, Vorstandsvorsitzender der VAV Versicherungs-AG Die Herausforderungen der IDD gemeinsam mit den Maklern bewältigen Die VAV vertreibt ihre Produkte über Makler und Agenten. In diesem Be­reich sorgt aber die EU-Verordnung IDD für deutlich geänderte Rahmenbedingungen. Sven Rabe: Unsere Vertriebspartner müssen bei ihren Kundenbeziehungen das „best advice“-Prinzip umsetzen, also für die bestmögliche Betreuung sorgen. Diese Vorgabe kann für Probleme sorgen. Laufend kommen neue Produkte auf den Markt und so müssen die Makler darauf achten, ob die Versicherungen ihrer Kunden auch den aktuell besten Versicherungsschutz aufweisen. Dies führt dazu, dass immer wieder neue Verträge abzuschließen sind oder ältere geändert werden müssen. Wir als VAV bieten unseren Kunden und Vertriebspartnern daher die Best-Leistungs-Garantie.
Heft 2019 07-08
Das Magazin „netdoktor“ schreibt: Rund 5 Prozent aller Patienten in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen erkranken an sogenannten „nosokomialen“ Infektionen. Sie werden durch Keime verursacht, die während eines stationären Aufenthalts erworben wurden. In engem Zusammenhang mit Hygiene-Problemen wird der falsche und übertriebene Einsatz von Antibiotika gesehen, wodurch diese wichtigen Medikamente ihre Wirkung verlieren. Die Gefahren und die tragischen Konsequenzen werden zwar immer wieder diskutiert, doch gibt es nur beschränkt wirksame Gegenmaßnahmen, da Fehlverhalten keine Konsequenzen zur Folge haben.
Im Gespräch mit Akad. Vkfm. Ing. Stefan Huemer, Atzbacher Versicherung V.a.G und Ing. Walter Rüf, Wälder Versicherung V.a.G Österreichweit bestehen 47 Kleine Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit. Die Tradition dieser Organisationen reicht über dreihundert Jahre zurück und die Funktionäre und Vorstände sind gerade derzeit mit viel Elan im Einsatz, um die Herausforderungen der Moderne zu bewältigen. Das ist nicht einfach, die Vereine sind unterschiedlich groß, die Mitgliederzahl reicht von einigen hundert bis zu 7.000. Für alle gilt aber, dass sie der ursprünglichen Form des Versicherungs-wesens verpflichtet sind: Verein auf Gegenseitigkeit bedeutet, dass die Mitglieder eine ­Risikogemeinschaft bilden. Dies ist das Grundprinzip jeder Versicherung, doch kommt dies in der Rechtsform des Vereins stärker zum Ausdruck.
Heft 2019 09
Niedergelassene Ärzte dürfen in ihren Praxen Ärzte anstellen. Diese Neuerung wurde Jahre ­hindurch heftig diskutiert und nun mit einer Novelle des Ärztegesetzes ermöglicht. Somit ergibt sich die Perspektive einer weitgehenden Neugestaltung des niedergelassenen Bereichs. ­Nachdem die moderne Medizin immer mehr Behandlungen in kürzester Zeit durchführt, gewinnt der ambulante Bereich rasant an Bedeutung und so können auch die Praxen ein größeres ­Leistungsspektrum anbieten. Die Verlagerung von Behandlungen aus dem stationären in den niedergelassenen Bereich ist medizinisch sinnvoll und aus organisatorischen wie aus öko-nomischen Gründen notwendig, um die Spitäler zu entlasten. Allerdings sind die Möglichkeiten einer Ein-Personen-Praxis beschränkt und auch eine Gruppenpraxis ist nicht einfach zu managen.
Erwartungen an eine neue Bundesregierung: Ausbau der privaten und betrieblichen Vorsorge Im Gespräch mit dem Vorsitzenden der Sektion Lebensversicherung im VVO, Dr. Peter Eichler (UNIQA Österreich Versicherungen AG) und seinen Stellvertretern Dr. Christine Dornaus (WIENER STÄDTISCHE Versicherung AG Vienna Insurance Group) und Dr. Martin Sturzlbaum (Generali Versicherung AG). Die Lebensversicherung im aktuellen Umfeld In allen Umfragen zeigt sich, dass die Lebensversicherung in der Bevölkerung einen hohen Stellenwert hat. Und dennoch ist die Sparte in einer schwierigen Phase.
Heft 2019 06
Das Internet und die Smartphones eröffnen eine neue Ära in der Medizin. Weltweit ist die Konsultation des Arztes über Video im Vormarsch: Electronic Health oder kürzer E-Health, Arzt-Patienten-Gespräche über das Smartphone oder über einen Laptop oder einen Computer. Die Betreiber betonen, dass der zeitraubende Weg in die Arztpraxis entfällt und auch die Wartezeiten vermieden werden. Der Vorteil ergibt sich vor allem in ländlichen Gebieten, wo große Strecken zu medizinischen Einrichtungen überwunden werden müssen. In 80 Prozent der Fälle könnte die Beratung schon bei einem Gespräch abgeschlossen werden, nur in 20 Prozent müssten die Patienten an niedergelassene Ärzte, Labors oder Krankenhäuser verwiesen werden. In Österreich gehört der Video-Termin beim Arzt noch nicht zum Alltag. Die Experten sind überzeugt, dass sich die Neuerung durchsetzen wird, viele positive Seiten hat, aber auch eine Reihe von Problemen aufwirft und nicht immer und überall eingesetzt werden kann.
Die Vorarlberger Landesversicherung konzentriert sich im Lebensbereich auf den Abschluss von lebenslangen Renten. Seit Mai wird auch eine Pflegeversicherung angeboten. Das Angebot ist somit auf eine umfassende Altersvorsorge abgestimmt. Um das Bewusstsein für diese Themen zu stärken, wird auch die Öffentlichkeitsarbeit betont. In diesem Sinne fand im Mai eine Publikumsveranstaltung unter dem Titel „Pflege und Pension – Wege aus der Altersarmut“ in Bregenz statt.
Heft 2019 05
In den nächsten Wochen und Monaten werden entscheidende Elemente des 2011 gestarteten „Spitalskonzept 2030“ umgesetzt. Von Juni bis Herbst 2019 wird in Etappen das Spital Nord in Betrieb genommen. Außerdem erfolgt die Konzentration der öffentlichen Fondsspitäler auf sechs Schwerpunkthäuser, die gemeinsam mit dem weiter als Universalspital agierenden AKH die Versorgung Wiens sicherstellen werden.
Interview mit Vorstandsdirektor KommR Robert Sturn Die Rente wird auf Basis der Sterbetafel beim Abschluss berechnet Die Lebensversicherung wird derzeit vielfach als schwierige Sparte ge­-sehen. Bei der Vorarlberger Versicherung fallen hingegen attraktive Wachstumsraten auf. Der Anteil der Lebensversicherung am Gesamtgeschäft beträgt jetzt etwa 25 Prozent. Wir erzielen ein deutliches Wachstum und unsere Steigerungsraten liegen bereits seit drei, vier Jahren deutlich über der Entwicklung des Marktes.
In der Klimadiskussion lassen sich zwei unterschiedliche Bewegungen beobachten. Auf der einen Seite wird ein Katastrophenszenario gezeichnet, das in erster Linie die möglichen Gefahren betont. Allerdings werden in diesem Bereich nur wenige Lösungsansätze präsentiert. Zum ­anderen ist die Versicherungswirtschaft mit einer deutlich veränderten Schadensentwicklung konfrontiert, die die Notwendigkeit, aber auch die Möglichkeit besserer Schutzmaßnahmen gegen Naturkatastrophen in den Vordergrund rückt. Um hier konkrete Erfolge erzielen zu können, müssen die tatsächlichen Entwicklungen sachlich festgehalten werden. Dies ist angesichts der erschütternden Meldungen über aktuelle Katastrophen in den Medien oft schwierig. Als hilfreich erweist sich da die Arbeit des Instituts „Our World in Data“, das im Rahmen der Universität von Oxford tätig ist und weltweite Informationen auswertet.
Heft 2019 04
Essen ist entscheidend für die Gesundheit. Diese Feststellung klingt nach einer banalen Selbstverständlichkeit. Ebenso selbstverständlich wäre die Wahl von Nahrungsmitteln, die für die Gesundheit die gewünschten, positiven Auswirkungen haben. Allerdings wirkt die Aufforderung, man möge doch das Richtige essen, kaum. Im Gefolge des Verkehrs von zu viel Zucker, zu viel Fett und zu wenig Bewegung sind über 30 Prozent der Menschen übergewichtig. Das Über- gewicht fördert alle Krankheiten, insbesondere Diabetes und Herzprobleme, aber auch, wie die Wissenschaft immer klarer erkennt, Depressionen. Nun ist nicht anzunehmen, dass die Menschen absichtlich ihrer Gesundheit schaden und die falschen Nahrungsmittel wählen. Einige Fragen sind offensichtlich schwer zu beantworten. Was ist die richtige Ernährung? Wissen die meisten nicht, was sie essen sollen? Sind die Lebensbedingungen so gestaltet, dass der Weg zur gesunden Ernährung verbaut ist?
Interview mit Mag. Kurt Svoboda, Präsident des Verbandes der Versicherungs-unternehmen Österreichs VVO, Vorstandsvorsitzender von UNIQA Österreich und CFO/CRO der UNIQA Group. Die Jungen haben zu geringe Kenntnisse über die Notwendigkeit der Vorsorge Wie sehen Sie Ihre Rolle als Präsident des Verbandes der Versicherungen neben der Position als Generaldirektor der UNIQA Österreich? Es geht mir persönlich um eine erfolgreiche Zukunft der gesamten österreichischen Versicherungswirtschaft, der großen wie der kleineren Unternehmen. Der VVO ist ganz bewusst als Gremium aller und nicht als Vertretung einzelner Gesellschaften konzipiert. Das ist eine Gemeinschaft, die ihre Interessen koordiniert gegenüber den diversen Stakeholdern vorbringt und vertritt. Wir wenden uns aber nicht nur an die Politik und die anderen Organisationen, es gilt auch, die Versicherungswirtschaft in den verschiedenen Altersgruppen der Bevölkerung zu positionieren.